Textverständnis, Wortschatz und Grammatik

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Kapitel 2

Der Polizist lächelte mich an, als ich die Tür öffnete. "Guten Abend", sagte er und musterte mich gründlich.

Die Verandabeleuchtung blendete mich, und ich brauchte ein paar Sekunden, bis ich sein Gesicht hinter dem Fliegengitter in der Zwischentür deutlich erkennen konnte. Er war offensichtlich nicht mehr ganz jung. Graue Strähnen durchzogen seinen Schnurrbart. Er starrte mich mit den kältesten blauen Augen an, die ich je gesehen hatte. Eisblau, wie ein zugefrorener See im Winter. "Ich bin Captain Farraday", sagte er.

"Was ist passiert?", fragte ich. Ich hatte einen Kloss im Hals. "Mom und Dad - sind sie ..."

"Sind sie zu Hause?", wollte er wissen und lächelte immer noch. Er hatte strahlend weisse Zähne.

"Nein, sie ..."

"Sie sind nicht da?"

"Nein. Ich denke, sie machen mal wieder Überstunden." Er starrte an mir vorbei in den Flur.

"Sie haben also keine schlechten Nachrichten für mich?", fragte ich mit einem Gefühl riesiger Erleichterung.

Irgendwie schien er die Frage nicht richtig zu verstehen. "Nein. Ich untersuche einen Einbruch in der Nachbarschaft."

"Einen Einbruch?"

"Ja. Drei Häuser weiter die Strasse runter. Ich gehe jetzt von Haus zu Haus, um zu fragen, ob irgendjemand etwas Verdächtiges bemerkt hat."

"Oh. Ich verstehe ... Aber mir ist nichts Ungewöhnliches aufgefallen."

Eine Lachsalve drang aus dem Wohnzimmer, gefolgt von dem Geräusch von zersplitterndem Glas. Die Heavy-Metal-Musik schien hier im Flur sogar noch lauter zu sein.

"Ist dir vielleicht irgendjemand hier in der Strasse aufgefallen? Jemand, den du vorher noch nie gesehen hast?" Er starrte mich mit seinen kalten blauen Augen eindringlich an.

Ich wich seinem Blick aus. "Nein. Niemand. Aber ich habe auch nicht darauf geachtet. Ausserdem wohnen wir noch nicht so lange hier, deshalb ..."

"Kommen deine Eltern bald nach Hause?"

"Ich weiss es nicht genau. Manchmal arbeiten sie bin spät abends."

Wieder starrten wir uns einen Moment lang an. Dann griff er in seine Tasche und zog eine kleine weisse Karte heraus. "Hier. Für dich." Er öffnete die Zwischentür und reichte mir die Karte. "Da steht meine Durchwahl drauf. Wenn du etwas Verdächtiges bemerkst, ruf mich an - jederzeit."

Ich nahm die Karte und bedankte mich.

"Du solltest sie am besten in die Nähe des Telefons legen", riet er. "Nur für den Fall, dass der Einbrecher es hier in der Gegend noch einmal versucht."

Dann drehte er sich um und ging die Treppe der Veranda hinunter.

Ich blieb noch eine Weile stehen und lauschte dem Knirschen seiner Stiefel auf der gekiesten Auffahrt. Ich beobachtete, wie er in seinen grossen, alten Wagen stieg, und fragte mich, warum er wohl kein Polizeiauto fuhr.

"Wahrscheinlich benutzt er das Auto als Tarnung, um Raser und andere Verkehrsrowdys leichter zu erwischen", dachte ich. Der Wagen fuhr an und verschwand in der Nacht.

Ich schob die Karte in die Tasche meiner Jeans und ging zurück ins Wohnzimmer. Mir fiel sofort auf, dass es ganz still im Raum war. Ich blickte hinüber zum Sofa. Gena sass immer noch auf Marks Schoss, hatte sich aber jetzt umgedreht und sah verlegen in meine Richtung. Auch mein Bruder starrte mich unbehaglich an. Irgendjemand hatte die Musik leiser gedreht.

"Es tut mir schrecklich Leid, Cara", sagte Cory Brooks, Lisas Freund, leise. Er wirkte sehr aufgeregt.

"Was denn?"

"Was zum Teufel ist hier los?", fragte ich mich. "Was ist hier drinnen passiert?"

Quelle: Fear Street, Ohne jede Spur